2019-09-05

H.M. Drottningens tal vid öppnandet av Childhood-Haus, Heidelberg, Tyskland, torsdagen den 5 september 2019 kl. 11.00

(Det talade ordet gäller)

Sehr geehrte Frau Büdenbender
Exzellenz,
Sehr geehrte Frau Ministerin Bauer,
Sehr geehrter Herr Minister Strobl,
Sehr Herr Oberbürgermeister Würzner,
Sehr geehrte Frau Professor Grüters-Kieslich,
Sehr geehrter Herr Professor Hofmann,
Sehr geehrter Prof. Dr. Karl Lamers,
Sehr geehrte Dr. Helling-Bakki
Sehr geehrter Herr Rörig,
Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, heute bei Ihnen in Heidelberg zu sein und das erste Childhood-Haus in Baden-Württemberg einweihen zu dürfen!

Wenn ich bedenke, in welch kurzer Zeit hier aus einer Idee ein konkretes Projekt wurde. Hier wurde in den vergangenen 15 Monaten wirklich Unglaubliches geleistet! Herzlichen Glückwunsch!

In diesem Childhood-Haus steckt eine wunderbare Idee: Es ist eine zentrale, interdisziplinäre Anlaufstelle. Hierher können Kinder und Jugendliche kommen, die Opfer oder Zeugen von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind. In den kindgerecht gestalteten Räumen werden sie medizinisch, forensisch, eventuell auch psychiatrisch untersucht. Wichtige Informationen werden dokumentiert, Hilfen und Beratung in die Wege geleitet. Hier können alle beteiligten Partner aus dem Jugendamt, der Polizei und der Justiz die notwendigen Schritte planen. Falls es nötig ist, kann auch eine Vernehmung in kinderfreundlichen Räumen stattfinden. Und immer steht ein professioneller und schonender Umgang mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie ihren Angehörigen im Vordergrund. Nicht nur die Art und Weise, in der die Erwachsenen den Kindern begegnen, sondern auch die Gestaltung der Räume soll für eine angstfreie Atmosphäre sorgen. Die Betroffenen erhalten in dieser belastenden Situation einen geschützten Rahmen und der Kontakt zu den verschiedenen Institutionen fällt leichter. Mehrfache Vorstellungen und Befragungen können vermieden werden, denn wir wissen, wie belastend Kinder und Jugendliche dies alles empfinden.

Kinder sind auf uns Erwachsene angewiesen, werden von dem geprägt, was wir in ihrer Nähe sagen oder tun. In einer idealen Welt wäre eine Einrichtung wie das Childhood-Haus gar nicht notwendig. Aber die Realität sieht leider anders aus. Wenn das Schreckliche passiert ist und ein Kind Gewalt erfahren hat, ist es wichtig, dass es die bestmögliche Unterstützung erhält.

Kinder, die in das Childhood-Haus kommen, brauchen unseren Schutz und unsere Hilfe. Sie brauchen verantwortungsvolle Erwachsene, die dem Kind zuhören und es ernst nehmen. Das bedeutet auch, dass Kinder zu jeder Zeit darüber informiert sind, was mit ihnen geschieht. Die Arbeit im Childhood-Haus greift auf vielerlei Weise die Prinzipien eines „Barnahus“ auf, so heißen diese Einrichtungen in Skandinavien. Es lassen sich nicht alle Prinzipien eines Barnahus auf das Childhood-Haus in Deutschland übertragen. Aber viele schon.

Die von mir im Jahr 1999 gegründete World Childhood Foundation fördert solche Einrichtungen in vielen Ländern der Erde. Und immer suchen wir uns vor Ort engagierte Menschen mit Herz und Verstand. Hier in Heidelberg haben wir mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg einen ganz wunderbaren Partner gefunden. Mein großer Dank gilt Ihnen, Frau Professorin Grüters-Kieslich, Ihnen, Herr Professor Hoffmann und besonders Ihnen, Frau Dr. Helling-Bakki. Sie und Ihr Team haben in kürzester Zeit alle beteiligten Professionen an einen Tisch geholt und ohne Ihr unermüdliches Engagement gäbe es heute kein Childhood-Haus in der Voßstraße 2, Gebäude 4040 in Heidelberg!

Eine wichtige Rolle in diesem Childhood-Haus spielen die Polizei und die Justiz und wir freuen uns ganz besonders über Ihre Offenheit und engagierte Mitarbeit. Danke für Ihre Bereitschaft, Kinder in Zukunft im Videovernehmungszimmer im Childhood-Haus anzuhören und ihnen nach Möglichkeit den Gang in das Gerichtsgebäude zu ersparen. Auch ein Dankeschön an das Jugendamt für die Kooperation!

Danken möchte ich heute besonders der Klaus Tschira Stiftung, ohne deren großzügige Spende das Childhood-Haus in Heidelberg nicht so schnell hätte verwirklicht werden können!

Alle, die heute hier sind, spielen eine wichtige Rolle für die Kinder und Jugendlichen im Childhood-Haus, das wir heute einweihen.

Und Sie alle können stolz auf das Erreichte sein und auf den Mut und die hohe Professionalität, die alle Beteiligten vor Ort gezeigt haben. Durch die neuen Formen der Zusammenarbeit trägt das Haus dazu bei, das Leben der von Missbrauch betroffenen Kinder zu verbessern. Es trägt dazu bei, Strukturen zu etablieren, in welchen Kinder besser aufgefangen werden. Es trägt dazu bei, Prozesse zu optimieren, die in Heidelberg durch vorhandene Vernetzungen bereits bestehen. Und es trägt auch dazu bei, Fachwissen und Kenntnisse zu sammeln, die dann weitergegeben werden können. Wir wissen, dass die Zusammenarbeit nicht immer einfach ist, aber für Kinder ist es entscheidend, dass die zuständigen Einrichtungen zusammenarbeiten.

Durch meine Arbeit mit Childhood traf ich viele Kinder und Jugendliche, die in schwierigen Umständen leben und dies in den unterschiedlichsten Teilen der Erde. Von ihnen habe ich sehr viel gelernt. Vor allem aber habe ich eine klare Botschaft mitgenommen: Kinder möchten, dass wir uns in ehrlicher Weise um sie kümmern. Dann, wenn wir mit Herz und Verstand zusammenarbeiten, können wir das Leben der Kinder zum Besseren wenden. Ich bin sicher, das wird Ihnen im Childhood-Haus Heidelberg gelingen.

Ich wünsche Ihnen dabei alles Gute!

Vielen Dank.