2020-11-16

H.M. Drottningens tal vid digital invigning av Childhood-Haus Düsseldorf, måndagen den 16 november 2020

(Det talade ordet gäller)

Liebe Düsseldorfer und Düsseldorferinnen,
Liebe Freunde von Childhood,

Es freut mich außerordentlich, dass wir heute mit dem Childhood-Haus in Düsseldorf die vierte Einrichtung dieser Art in Deutschland - nach Leipzig, Heidelberg und Berlin - eröffnen können. 

Sie stellt einen weiteren Leuchtturm im Kinderschutz dar, der dazu beitragen wird, den Schutz von betroffenen Kindern und Jugendlichen zu stärken.

In Düsseldorf habe ich viele Jahre das Luisen-Gymnasium besucht und dort das Abitur erlangt. Im Laufe meiner Zeit in Düsseldorf sind viele Freundschaften entstanden, die mich heute noch begleiten und für die ich dankbar bin. 

Als Kind und junge Erwachsene hatte ich das Glück, in einem unterstützenden Umfeld aufzuwachsen, dass mich gestärkt hat und in dem ich mich sicher fühlen konnte. Das ist ein Privileg!

Im Laufe meines Lebens habe ich viele Kinder und Jugendliche getroffen, die Missbrauch und Gewalt erlebt haben und die besonderen Schutzes bedurften. Das war meine Motivation, Childhood vor über 20 Jahren zu gründen. 

Seither haben wir verschiedenste Projekte zur Stärkung und zum Schutz von Kindern angestoßen und begleitet. Heute freuen wir uns über einen weiteren Meilenstein, der hier in Düsseldorf geschaffen wurde.

Ich gratuliere dem Universitätsklinikum Düsseldorf und seinen Verantwortlichen, insbesondere dem Leiter des Childhood-Hauses und ärztlichem Direktor der Kinderklinik, Herrn Prof. Dr. Mayatepek, sehr herzlich zu dieser so wichtigen Einrichtung zum Schutz der Kinder, zu deren Eröffnung ich so gerne persönlich nach Düsseldorf gekommen wäre. 

Die Zeiten lassen es leider nicht zu, dass ich heute bei Ihnen sein kann, aber ich freue mich schon auf den Moment, wenn es möglich sein wird, dass wir uns vor Ort im Universitätsklinikum in Düsseldorf treffen und ich das Childhood-Haus persönlich in Augenschein nehmen kann.

Wir von Childhood freuen uns über die große Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer in Nordrhein-Westfalen und speziell in Düsseldorf. So war es überhaupt erst möglich, in relativ kurzer Zeit die Strukturen für die Umsetzung dieses Modells in Düsseldorf zu schaffen. 

Ein großes Lob an die Mitwirkenden, die dieses Projekt inhaltlich umgesetzt haben. 

Wir wissen um die harte Arbeit und das unermüdliche Engagement, die dafür nötig sind. Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen für Ihre Hilfe – und hoffe, dass Sie uns auch zukünftig zur Seite stehen.

Nicht zuletzt die vielen Missbrauchsfälle, die in jüngster Zeit in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden sind, haben uns bewusstgemacht, wie wichtig es ist, 

Orte zu schaffen, die betroffenen Kindern helfen, diese schwierige Lebenssituation zu bewältigen.

Das Prinzip in den Childhood-Häusern ist überall das gleiche: Ausgebildete Spezialisten aus den verschiedenen Bereichen kümmern sich um das Kind und seine Bedürfnisse. Wir stellen das Kind in den Mittelpunkt. 

Gerne erinnere ich bei dieser Gelegenheit an die goldene Regel, die den Grundgedanken der Childhood-Häuser prägt: „Unabhängig davon, welchen Ausgang ein Verfahren hat, das Kind muss an dessen Ende in einer besseren, gestärkteren Position sein, als zu Beginn“.

Natürlich können wir den betroffenen Kindern und Jugendlichen ihre schlimmen Erfahrungen nicht nehmen. Die Erkenntnisse in den anderen Childhood-Häusern führen uns aber immer wieder vor Augen, wie wichtig es ist, die Perspektive der Kinder einzubeziehen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und sie professionell und altersgerecht zu unterstützen.

Lassen Sie mich zum Abschluss Herrn Johannes-Wilhelm Rörig, den unabhängigen Beauftragten für sexuellen Missbrauch der Bundesregierung Deutschland zitieren, der kürzlich den folgenden Appell an uns alle gerichtet hat:

„Wenn wir den Schutz von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen, müssen alle den Kampf gegen sexuellen Missbrauch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen und aktiv führen.“

Wir bei Childhood versuchen mit unseren Projektpartnern einen stetigen Beitrag auf diesem Weg zu leisten. In diesem Sinne wünsche ich den Verantwortlichen im Childhood-Haus Düsseldorf alles Gute, viel Kraft und einen allseits wachen Blick für das Wohl der Kinder! Ich freue mich schon auf meinen hoffentlich baldigen Besuch in Düsseldorf, auf einen Bummel auf der Kö und auf einen Augenzwinkern vom ”Schneider Wibbel”!

Vielen Dank.