2020-09-24

H.M. Drottningens tal vid digital invigning av Childhood-haus Berlin, torsdagen den 24 september 2020

(Det talade ordet gäller)

Exzellenz,
sehr geehrte Frau Büdenbender,
sehr geehrte Frau Lurati,
sehr geehrter Herr Senator Behrendt,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Childhood-Familie,

ich grüße Sie alle sehr herzlich aus Schweden!

Sehr gerne würde ich - wie es in einer Familie üblich ist - mit Ihnen persönlich dieses freudige Ereignis begehen.

Nun erleben wir es auf diese Weise mit räumlichem Abstand – aber sicherlich auch in einer Atmosphäre des freudigen Miteinanders. Wir weihen heute das Childhood-Haus Berlin ein, welches nun schon die dritte Einrichtung dieser Art in Deutschland ist.

Ganz besonders freue ich mich, dass auch Sie Frau Büdenbender, heute wieder zu uns sprechen werden und damit Ihre Verbundenheit zu den Childhood-Häusern zum Ausdruck bringen.

Sie sind eine wichtige Begleiterin in Sachen Kinderrechte, herzlichen Dank nochmals, dass Sie bei der Einweihung des Childhood-Hauses in Heidelberg, persönlich anwesend waren.

Gestatten Sie mir, dass ich eine persönliche Bemerkung vorausschicke: Hier in der deutschen Hauptstadt hat mein Bruder Jörg, der leider viel zu früh verstorben ist, viele Jahre in der brasilianischen Botschaft gewirkt. Er hat sich sehr für die World Childhood Foundation in Deutschland eingesetzt. Er war für mich eine große Stütze, dafür bin ich ihm bis heute dankbar.

Deswegen freue ich mich heute ganz besonders, dass wir nun auch hier an diesem Platz ein Childhood-Haus eröffnen dürfen.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch erwähnen, dass wir seit der Gründung der Stiftung vor mehr als 20 Jahren sehr viele Projekte in Berlin unterstützt haben.

Was viele von Ihnen sicherlich nicht wissen: Childhood und die Charité haben schon vor 16 Jahren ein gemeinsames Projekt umgesetzt. Es handelte sich damals noch nicht konkret um jene Stiftungsziele, die wir heute verfolgen, sondern um eine Studie zur Auswirkung von HIV-Exposition auf Kinder im Mutterleib und deren Gesundheit.

Darüber hinaus haben wir das "Mutter-Kind-Haus Jörg Sommerlath" in Berlin-Lichterfelde über viele Jahre finanziell gefördert.

In dieser Einrichtung wurden und werden auch heute noch junge Mütter unterstützt, um den Aufbau und den Erhalt der Mutter-Kind-Bindung zu entwickeln und zu stärken.

Durch die Unterstützung von Childhood konnte ein Projekt speziell für die Väter der Kinder aufgebaut werden, das die Vater-Kind-Beziehung intensiviert hat.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich das großartige und sehr erfolgreiche Projekt "HEROES“, das wir von Schweden nach Deutschland exportiert haben und in dem sich Jungen und junge Männer gegen Unterdrückung im Namen der Ehre engagieren.

Sie sehen also, Berlin lag uns schon immer sehr am Herzen!

Leider sind die Probleme nicht kleiner geworden und dies insbesondere nicht, was das Thema „sexuellen Missbrauch“ anbelangt.

Es gibt eine goldene Regel, die oft zitiert wird und den Grundgedanken der Childhood-Häuser prägt, wenn es um den richtigen Umgang mit Kindern geht, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind und diese lautet: "Unabhängig davon, welchen Ausgang ein Verfahren hat, das Kind muss an dessen Ende in einer besseren, gestärkteren Position sein, als zu Beginn“.

Dass es nun auch hier in Berlin möglich ist - nach Leipzig und Heidelberg – in unserem Childhood-Haus diese "Goldene Regel" in die Praxis umzusetzen, freut mich ungemein und macht mich sehr froh und glücklich!

Der interdisziplinäre Ansatz des Childhood-Hauses zeigt uns, wie wir agieren sollten: Gemeinsam statt neben-einander. Mit und im Sinne des Kindes.

Wir müssen alle Kräfte bündeln, denn nur gemeinsam können wir Veränderungen schaffen.

An der Charité kommen ausgebildete Spezialisten zusammen, die wissen, wie sie Kinder sensibel und kindgerecht befragen und untersuchen können.

Im Sinne der Kinder wird die Anzahl der Befragungen und der Befragungspartner minimiert werden und die Zusammenarbeit qualifizierter Menschen aus allen notwendigen Bereichen stellt sicher, dass junge Missbrauchsopfer vor Retraumatisierung geschützt werden.

Das jahrelange Engagement von Frau Professor Sybille Winter, Leiterin der Kinderschutzambulanz, Trauma-ambulanz, Kinderschutzgruppe an der Charité und nun auch Leiterin des Childhood-Hauses Berlin, sowie der Einsatz der Kollegen der Justiz, für Kinder eine Verbesserung zu schaffen - und hier insbesondere der Staatsanwaltschaft Berlin - mündet nun in dieses Childhood-Haus.

Darauf können wir alle stolz sein.

Lassen Sie mich zum Abschluss allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus der Charité, der Senatsverwaltung, der Justiz, der Polizei und den Jugendämtern in Berlin ein herzliches Dankeschön aussprechen. Ohne ihr bewundernswertes Engagement wäre die heutige Eröffnung nicht möglich gewesen.

Ich weiß, dass heute viele Menschen diese Eröffnung am Bildschirm miterleben, die meine Stiftung, die World Childhood Foundation – und dies zum Teil schon seit vielen Jahren – sehr großzügig unterstützen.

Auch Ihnen gebührt ein ganz großes Dankeschön!

Meine große Hoffnung und mein Bestreben sind es, dass wir es alle gemeinsam schaffen, das Recht eines jeden Kindes auf eine Kindheit frei von sexueller Gewalt und Missbrauch zu stärken.

Noch sind die Childhood-Häuser Leuchttürme im Kinderschutz.

Mit dem heutigen Tag und dem Childhood-Haus Berlin ist nun ein weiterer heller Leuchtturm hinzugekommen, der zeigt: Veränderung ist möglich!

Gemeinsam kann noch viel erreicht werden für den Schutz von betroffenen Kindern und Jugendlichen.

In diesem Sinne wünsche ich den Verantwortlichen im Childhood-Haus, aber auch allen mit dem Thema befassten Personen für die Zukunft viel Glück und alles Gute!

"Ich habe einen Koffer in Berlin", aber auch in Leipzig und in Heidelberg.