Das Königliche Schloss

Tukholman kuninkaanlinna. Valokuvat: Norberg Design AB/ Dick Norberg.
Das Königliche Schloss in Stockholm ist eines der größten und lebendigsten Schlösser Europas.

Seine historischen Milieus sind ein Spiegelbild europäischer und schwedischer Kunst und Kultur der Zeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Schloss wurde 1754 im Baustil des italienischen Barock fertiggestellt.

Museo Tre Kronor. Valokuvat: The Royal Court/Alexis Daflos.

Das alte Schloss


Das ursprüngliche Königliche Schloss zu Stockholm, manchmal „Tre Kronor“ (Drei Kronen) genannt, wuchs im Laufe mehrerer Jahrhunderte um den Kernturm heran, der Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts entstand.
 
Unter anderem ließ Gustav Vasa, der Gründer des schwedischen Nationalstaates, die Befestigung der alten Burg kräftig verstärken. Sein Sohn Johan III. war mehr an der ästhetischen Seite der Baukunst interessiert und verlieh der Bauanlage aus dem Mittelalter ihr reiches Renaissancegepräge.

Im siebzehnten Jahrhundert wurde die alte Burg „Drei Kronen“ vergrößert, um dem wachsenden Verwaltungsapparat der schwedischen Großmacht Platz zu bereiten.

Don Quijote-sali, Juhlahuoneistoa. Valokuvat: The Royal Court/Håkan Lind.

Bau eines neuen Schlosses  


Das jetzige Schloss entstand aus einer völligen Neuschöpfung des nördlichen Flügels. Karl XI. erteilte den Auft rag für den Umbau dem Architekten Nicodemus Tessin d.J., dem es vor allem darum ging, eine großartige Residenz zu schaffen, die eines alleinherrschenden Monarchens würdig war.
 
Der neue Flügel wurde in den Jahren 1692-95 errichtet. Die Innenausstattung des oberen Stockwerks, des heutigen Festsaals, wurde gleichzeitig begonnen. Am 7. Mai 1697 zerstörte ein kata strophaler Brand das alte Schloss.
 
Lediglich der bereits umge baute nördliche Flügel wurde gerettet. Dieser bildete nun den Ausgangspunkt für Tessins Vorschlag einer völlig neuen Schloss anlage, wozu die ersten Planzeichnungen bereits am 21. Juni des gleichen Jahres vorgelegt wurden.

Jahre der rückschläge


Tessin erhielt den Auft rag, die Erneuerung des Schlossbaus zu leiten und begann sofort mit der Arbeit. Die anfangs intensive Bautätigkeit wurde jedoch nur allzu bald durch Geldmangel begrenzt - die Kriegsführung Karls XII. verschlang alle verfügbaren Gelder, weswegen das gesamte Projekt 1710 ins Stocken kam.
 
Kurz vor seinem Tode 1728 konnte der Architekt jedoch noch erleben, dass sein großartiges Werk doch weitergeführt wurde. Das war nur möglich, weil die Stände des Reiches die Einführung einer Sondersteuer beschlossen, der sogenannten Schlossbauhilfe.
Pilarisali, Bernadotte-huoneisto. Valokuvat: The Royal Court/Alexis Daflos.

Wieder der arbeit


Die künstlerische und verwalterische Leitung des Schlossbaus ging nun auf den Sohn Carl Gustaf Tessin über, doch die wirkliche Führung übernahm der Architekt Carl Hårleman, der sich eng an die ursprüng lichen Pläne hielt. Das Innere der Wohn räume vor allem ließ er ganz im Stil der Zeit gestalten - dem Rokoko.
 
Erst 1754 konnte das Königspaar Adolf Fredrik und Lovisa Ulrika die provisorische Residenz auf „Riddarholmen“ verlassen und in das Schloss einziehen, d.h. in die untere der beiden großen Schlossetagen, der heutigen Bernadotte-Wohnräume. Nach und nach erhielten die Söhne, die Prinzen Gustav (III.). Karl (XIII.) und Fredrik Adolf, eigene Räume in den östlichen und westlichen Flügeln. Erst 1770 war das Schloss vollkommen fertig und eingerichtet.
Kaarle XI:n galleria. Valokuvat:: The Royal Court/Alexis Daflos.

Moderne repräsentation


Das Königliche Schloss zu Stockholm bietet den Besuchern abwechslungsreiche öglichkeiten, sich mit schwedischer Kunst- und Kulturgeschichte vertraut zu machen.
 
Im Keller des Nordflügels befindet sich das Museum Tre Kronor, das uns das Mittel alter und die ältere Geschichte der Anlage nahebringt.

Die Großmachtzeit mit ihrem Streben nach repräsentativer Pracht spiegelt sich in Fassaden, Treppenhäusern und Paraderäumen. Die geschwungene Eleganz und der Farbenreichtum des Rokoko sowie der Klassizismus der gustavianischen Zeit herrschen beim übrigen Interieur des Schlosses vor. Aber auch die stilhistorischen Einrichtungen des neunzehnten Jahrhunderts sind durch anschau liche Beispiele vertreten. (Die Repräsentations-räume / the Royal Apartments)

Noch heute ist das Königsschloss zu Stockholm die Residenz des Königs und in seinem Rahmen finden die wichtigsten repräsentativen Veranstaltungen der Monarchie statt. Für Staatsbesuche, Audienzen, offizielle Empfänge und Feierlichkeiten aller Art werden die großen Säle benutzt, die daneben auch noch die meiste Zeit über für die Allgemeinheit geöffnet sind.

Aarrekammio, Eerik XIV:s regaalit. Valokuvat: The Royal Court/Alexis Daflos.

Das offenen Schloss


In den schönen Gewölben unter dem südlichen und östlichen Teil des Schlosses können Besucher in der Schatzkammer (the Treasury) und der Leibrüstkammer (the Royal Armoury) interessante Einblicke in die Geschichte der schwedischen Monarchie nehmen. In der Schatzkammer befinden sich die Kroninsignien und vornehmsten Würdezeichen des Reiches.
 
In der Leibrüstkammer sind eine ganze Anzahl Gegenstände ausgestellt, die sowohl die politische als auch die representative Rolle der schwedischen Könige von der Zeit Gustav Vasas bis zur Bernadotte-Dynastie belegen. Diese Sammlungen und die Art ihrer Darbietung geben ihnen auch aus internationaler Sicht einen Platz in vorderster Reihe.
Roomalaisia rintakuvia, Kustaa III:n antiikkimuseo. Valokuvat: The Royal Court/Alexis Daflos.
Es gibt noch eine wichtige Sehenswürdigkeit im nordöstlichen Flügel des Schlosses, das Antikenmuseum Gustavs III. (Gustav III's Museum of Antiquities), das bereits 1792 gegründet und zwei Jahre später eröffnet wurde und damit wohl zu den ältesten öffentlichen Museen Europas gerechnet werden darf.

Das Königliche Schloss ist in seiner Kombination einer lebendigen königlichen Repräsentationswohnung und eines der Öffentlichkeit zugänglichen kulturhistorischen Monuments einzigartig unter den königlichen Residenzen Europas.