2017-09-26

H.M. Drottningens välkomsttal vid symposiet ”Framing Childhood – Die Rolle der Väter und Architektur für Kinder – ein deutsch-nordischer Erfahrungsaustausch”, de Nordiska ambassaderna i Berlin, tisdagen den 26 september 2017

(Det talade ordet gäller)

Ihre Exzellenzen,
Sehr geehrte Staatssekretärin,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist mir eine große Ehre, das deutsch-nordische Symposium Framing Childhood hier im Felleshus der Nordischen Botschaften eröffnen zu können. Und es freut mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Denn heute geht es um die Themen „Die Rolle der Väter“ und „Architektur für Kinder“, zwei wichtige Faktoren im Leben eines Kindes. Und Kindheit ist schließlich etwas, das uns alle verbindet und betrifft. Es ist auch ein Thema, das mir persönlich besonders am Herzen liegt.

Das Symposium findet im Rahmen der großartigen Ausstellung Century of the Child. Nordisches Design für Kinder von 1900 bis heute statt. Die Ausstellung präsentiert hier im Felleshus Design, das in dem vergangenen Jahrhundert bis in die Gegenwart speziell für Kinder entworfen wurde. Zu sehen sind verschiedenste Produkte wie Möbel, Spielsachen, Bücher, Hygieneprodukte und Kleidung.

Oft hatten die Designer beim Entwerfen dieser Gegenstände zwei Ziele vor Augen: 1. ein ästhetisches Produkt zu entwickeln und 2. das Leben des Kindes - und oft auch der Eltern - zu verbessern.

Die 1961 entworfene Babywippe des schwedischen Unternehmens BabyBjörn, erlaubt es Eltern ihre Babys abzulegen, so dass diese trotzdem, wegen der leicht schrägen Sitzposition, am Familienleben teilnehmen können. Und dank der solarbetriebenen Lampe Little Sun des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson können Kinder in Ländern, wo Stromknappheit herrscht, auch nach Einbruch der Dunkelheit lesen und Hausaufgaben machen. Für diese Lampe zahlt man in den Industrieländern einen etwas höheren Preis, damit sie in zurzeit sieben afrikanischen Ländern für die Mehrheit der Menschen bezahlbar bleibt.

Es sind in der Ausstellung nicht nur Produkte ausgestellt. Es werden auch Projekte präsentiert, die Kindern zu Gute kommen oder ihren Alltag positiv beeinflussen, wie z.B. Wohltätigkeits- und Aufklärungskampagnen, Schul- und Spielplatzarchitektur, Reklame und Kunstprojekte. Alle Ausstellungsstücke zeigen, wie Design für Kinder politischen, sozialen, kulturellen und umweltbezogene Fragen, die das Aufwachsen nordischer Kindern beeinflusst haben, Ausdruck verleihen.

Interessant ist hier die Frage, warum die nordischen Länder Kindern und ihrem Lebensumfeld so viel Aufmerksamkeit geschenkt haben und immer noch schenken. Nach wie vor sind sie Rekordhalter wenn es um Elternzeit geht. Eine wichtige Rolle spielt garantiert die schwedische Reformpädagogin Ellen Key, dessen Schrift von 1900, „Das Jahrhundert des Kindes“, der Ausstellung seinen Titel gab.

Ellen Key sah Kinder nicht als unfertige Erwachsene, sondern als Menschen mit ganz eigenen Bedürfnissen und Wünschen und schuf somit eine komplett neue Sicht auf Kindheit. In einer Zeit, in der Kinderarbeit üblich war, plädierte sie dafür, dass Kindern die Möglichkeit zum Lernen, Spielen und draußen sein in der Natur gegeben würde.

Ich wünsche Ihnen allen einen interessanten Nachmittag mit vielen ergiebigen Gesprächen darüber, welche Voraussetzungen bestehen und geschaffen werden müssen, damit unsere Kinder so gut und so frei wie möglich aufwachsen können. Denn wie wir alle hier wissen, die unsere Kindheit schon lange hinter uns haben, zehren wir den Rest unseres Lebens von den Erfahrungen, die wir als Kinder gemacht haben. Und zufriedene Kinder haben eine viel größere Chance, zufriedenen Erwachsenen zu werden.